Völlig überraschend sind wir 2026 nicht in einer besseren Welt aufgewacht. Dass es aber gleich so schräg kommen muss: Das Mullah-Regime im Iran mordet den Aufstand nieder, Trump will sich Grönland unter den Nagel reißen, Trump kapert den venezolanischen Machthaber Maduro, worauf Putins Kettenhund Medwedew mit einer Entführung von Kanzler Merz kokettiert.
Und: Trump denkt laut darüber nach, ein paar Bomben auf Mexiko zu werfen, weil ihm die Drogenkartelle dort ein Dorn im Auge sind.
Was das wohl mit Mexiko als Co-Gastgeber der Fußball-WM macht? Boxt der US-Präsident den kleinen Partner raus? Es riecht nach Ärger.
Rudi Völler hat den Braten gerochen. Nachdem die Nationalmannschaft bei der Russland-WM 2018 mit dem Erdogan-Foto von Özil und Gündogan sowie vier Jahre später in Katar mit der unsäglichen One-Love-Binden-Debatte auf den Bauch gefallen, sprich, in der Vorrunde ausgeschieden ist, tritt der DFB-Sportdirektor schon jetzt die Notbremse. Er erklärt die Politik und damit Trump zum Tabuthema: „Es gibt keinen Maulkorb, aber es kann nicht sein, dass es am Spieltag noch Diskussionen gibt.“
Aber auch im Sport ruckelt es zu Jahresbeginn.
Traditionell liefert der Handball den emotionalen Dosenöffner. Dieses Mal jedoch könnte die EM für das deutsche Team vorbei sein, ehe sie richtig begonnen hat. Schon beim Auftakt gegen Österreich verbreitete das mit 5,5:4,9 Millionen gewonnene TV-Quoten-Duell gegen den Bergdoktor im ZDF mehr Glanz als das 30:27 auf der Platte. Und nach dem rabenschwarzen Samstag mit dem 27:30 gegen Serbien droht Juri Knorr und Co. das, was sich die Nationalelf zuletzt gleich zweimal bei einer WM geleistet hat – ein schmachvolles Aus in der Vorrunde.
Bei den Australian Open unternimmt Alexander Zverev den 36. Anlauf, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Der beste deutsche Tennisspieler seit Boris Becker kommt ausgerechnet mit dem Idol aus Leimen nicht auf einen Nenner. Geschweige denn zur Zusammenarbeit.
„Er spielt beim entscheidenden Ball zu passiv“, bemängelt der rote Baron, „falls er eine Frage hat, er hat meine Nummer.“ Zverev indes würde vermutlich eher die 110 wählen.
So schwer wie die beiden Tennis-Alphatiere zusammenfinden, so schnell ist die Traumehe zwischen Real Madrid und Xabi Alonso geplatzt. Nur 232 Tage durfte der zuvor begehrteste Trainer der Welt den Verein coachen, in dem er als Spieler zum Weltstar wurde. "Der Rock 'n' Roll blieb aus", bemerkte die Zeitung "Marca" lapidar.
Alonso wurde als Tabellenzweiter vom Hof gejagt. Das erinnert stark an Julian Nagelsmann, dem es bei Bayern nicht anders erging. Dafür darf er jetzt mit der Nationalelf zur WM. Und jeder Kandidat hat seine eigene Macke, sich zu bewerben. VfB-Stürmer Deniz Undav, der wieder auf vollen Touren läuft, lässt nicht nur Tore sprechen, sondern sieht sich als ideales Rezept gegen den Lagerkoller: "Wenn du so lange weg bist, ist es wichtig, dass man eine geile Sau hat wie mich, die Stimmung macht."
Das könnte dem VAR auch nicht schaden. Das ZDF machte das erste "Sportstudio" des Jahres zum Krisengipfel fürs heikelste Fußball-Thema – den Videobeweis.
Das Fazit war dünn: Bei rund 200 Entscheidungen pro Spiel gebe es immer verschiedene Betrachtungsweisen, sagte Schiedsrichterchef Knut Kircher und schloss mit dem salomonischen Appell: "Wir werden noch viele Szenen zusammen aushalten müssen!" In diesem Sinne: alles Gute für 2026!